Bühne frei für die Neuen, Teil 3 – die Neuzugänge 26/27

Mit Teil 3 beginne ich am Donnerstag, den 16.07.2026. Man darf gespannt sein, was sich bis zum baldigen Saisonstart noch im Kader tut. Abgänge wie der von Eric Hottmann? Oder doch noch Zugänge, vor allem auf der viel gewünschten linken Seite in der Verteidigung bzw. auf den Außenpositionen? Man darf gespannt sein, was Alex Schmalhofer mit der Unterstützung von Dzepina noch so zaubert.

Insgesamt kann man, denke ich, aber rundherum zufrieden sein. Ob es in den Aufstiegskampf geht, steht logischerweise noch in den Sternen. Rechnen sollte man allerdings, denke ich, eher nicht damit. Soweit ich mich aber erinnere, war dies auch gar nicht für diese Saison ausgerufen. Man wollte sich deutlich verbessern und oben mitspielen. Zumindest meiner Kenntnis nach wurde das Ziel so formuliert.

Seit Teil 2, den ihr auf unserer Website immer noch finden könnt, hat sich auf der Zugangsseite doch noch einiges getan. Max Schmitt, Marco Wörner und ganz frisch Patrick Hobsch verstärken unsere Jungs aus der Oberpfälzer Hauptstadt.

Wie auch bei den Beiträgen zuvor ziehen wir die üblichen Seiten zur Recherche heran und versuchen, uns so einen Überblick zu verschaffen. Die Bilder stammen vom SSV Jahn Regensburg und von Köglmeier. Vielen Dank an dieser Stelle, dass wir diese nutzen dürfen. Dann starten wir doch direkt rein.

Max Schmitt – Ein Münchner im Himmel

Manchmal ist der Weg zum Traumverein in Bayern mit Hürden wie dem FC Bayern und dem Umweg über den SSV Ulm gesät. Letztendlich kam Max Schmitt, geboren in München, dann doch endlich dort an, wo er vermutlich immer hin wollte: zum SSV Jahn Regensburg! (Foto: Köglmeier)

Seine junge Karriere – er ist schließlich erst 20 Jahre alt – startete in Milbertshofen (einem Stadtteil von München) und führte ihn recht schnell in die Jugend des FC Bayern München. Dort durchlief er alle Stationen bis zur zweiten Mannschaft und stand sogar bereits im Profikader.

Doch dann sind da die Bayern, ihre Torwartthematik und natürlich der ewige Manuel Neuer. Der FC Bayern hatte während der Zeit des großen Manuel viele junge, talentierte Torhüter, doch letztlich konnte ihn keiner von ihnen (logischerweise) ernsthaft ins Wanken bringen. Zwar hat auch der designierte Neuer-Nachfolger eine Jahn-Vergangenheit (Qualität merkt man eben einfach!), grundsätzlich stammt er aber aus Köln. Worauf ich insgesamt hinauswill: Schmitt ereilte wie viele andere Torwarttalente das Schicksal, dass die Konkurrenz bei den Profitorhütern des FC Bayern eine ganz andere ist als anderswo.

Um seine Karriere nach der Jugend aber nicht ausklingen zu lassen, suchte Schmitt die Herausforderung in der 3. Liga und wurde in der vergangenen Saison an den falschen Sport- und Schwimmverein an der Donau ausgeliehen – den SSV Ulm.

Die Ulmer stiegen sicherlich nicht nur wegen seiner Leistungen ab – er stand schließlich auch nicht die ganze Saison im Tor –, aber er war ein Teil dieser Mannschaft. Nun wagt er beim SSV Jahn erneut den Schritt in die 3. Liga und schloss sich uns mit einer festen Verpflichtung für zwei Jahre an.

Dank seiner letzten Saison können wir auf Statistiken von FotMob zurückgreifen. Von 38 möglichen Spielen absolvierte Schmitt genau 11. Es gibt vermutlich Schöneres, als sich mit einer Vereinslegende wie Christian Ortag in Ulm um den Platz im Tor zu streiten. Konkurrenzkampf war er durch Konstantin Heide allerdings bereits gewohnt.

Zur Winterpause übernahm Schmitt dann die Position zwischen den Pfosten. In seiner Einsatzzeit kassierte er 22 Gegentore. Insgesamt bekam Ulm 78 Gegentore und belegte damit ligaweit Rang drei in dieser Statistik. Die Schuld dafür ausschließlich den Torhütern zuzuschieben, ist wie so oft allerdings zu einfach. Zum Vergleich: Unser Jahn kassierte 58 Gegentore.

Wenn man zunächst einen groben Blick auf die Balkendiagramme bei FotMob wirft und als Vergleich Felix Gebhardt heranzieht, der natürlich deutlich mehr Spiele absolviert hat, wird einem zunächst etwas flau im Magen. Bei Gebhardt schlagen viele Balken ins Grüne – das ist bei Schmitt eher nicht der Fall. Seine Werte bewegen sich überwiegend im absoluten Durchschnitt. Hier kommt allerdings auch wieder eine passende „Ausrede“ ins Spiel: Er ist erst 20 Jahre alt und spielte beim SSV Ulm. Das ist nicht despektierlich gemeint, liebe Spatzen, aber ihr wisst selbst, dass eure gesamte Mannschaft im vergangenen Jahr einfach nicht stark genug war. Und ja: Ein junger Torhüter kann sich unter guten Trainingsbedingungen (die wir haben) und in einem guten Wettbewerbsumfeld noch hervorragend entwickeln.

Wobei natürlich auch die Frage erlaubt sein sollte: Warum leiht man dann Hermann aus und gibt Schmitt nur einen Zweijahresvertrag? Mit diesem Thema wird sich unser lieber Stefan demnächst näher beschäftigen.

Eine Statistik, die bei vielen Fans für Erleichterung sorgen dürfte, ist die Passquote. Dort liegt Schmitt mit 71,4 % ganze zwei Prozentpunkte vor Felix Gebhardt. Was soll da mit einem neuen Torwarttrainer schon schiefgehen?

Stand jetzt leider noch so einiges. Seine gesamten Ballabgaben sind in der Liga leider maximal Durchschnitt. Zwar gehören sie nicht zu den schlechtesten, aber eben auch nicht zu den besseren.

Wozu er allerdings mit zu den Besten gehört, sind Fehler, die zu Gegentoren geführt haben. Dort ist ihm kein einziger Fauxpas unterlaufen. Auch bei den übrigen Torwartstatistiken rangiert er überwiegend im Mittelfeld. Seine Elfmeterquote ist nicht sonderlich gut – er hielt keinen einzigen Strafstoß – und auch bei den gehaltenen Bällen befindet er sich eher im unteren Drittel. Allerdings bereitete er eine Torchance vor, was zeigt, dass er mit dem Ball am Fuß umgehen kann. Das ist für unseren Jahn beziehungsweise moderne Spielsysteme durchaus wichtig.

Was halten wir also nun von Max Schmitt? Aus den Testspielen konnte ich mitnehmen: Er kommuniziert mehr als Gebhardt, aber einen Alexander Meyer haben wir in dieser Hinsicht mit ihm noch nicht. Seine Ruhe und seine Reaktionsschnelligkeit gefielen mir durchaus. Da merkt man auch sein junges Alter. Er wirkt nicht besonders groß, bringt mit 1,89 Metern aber eine gute Körpergröße mit. Außerdem wirkt er recht schüchtern.

Projekt. Langzeitprojekt. Das beschreibt ihn wohl am besten. Brutale Gehaltskosten wird Schmitt sicherlich nicht verursachen, und man hat mit ihm einen guten Backup beziehungsweise einen guten Herausforderer für Hannes Hermann. Oder man rotiert beide. Wichtig ist, dass er im Vergleich zu Hermann eine feste Verpflichtung ist. Nun bleibt seine Entwicklung abzuwarten und gegebenenfalls frühzeitig zu handeln, wenn man erkennt, wohin die Reise geht.

Seine Statistiken zeigen auf jeden Fall noch deutlich Luft nach oben. Das Umfeld beim Jahn kann ihm jedoch durchaus dabei helfen, sich weiterzuentwickeln. Willkommen auf jeden Fall beim Jahn!

Marco Wörner – Freiburg Connection über Umwege

Auch neu bei unserem SSV Jahn ist Marco Wörner, der leihweise vom SC Paderborn zu uns in die Domstadt kommt. Der 21-jährige Badener aus Offenburg verbrachte den Großteil seiner fußballerischen Ausbildung beim SC Freiburg, wo er sämtliche Jugendmannschaften durchlief. Zur Saison 2025/26 verließ er Freiburg in Richtung Paderborn und wurde von dort aus an den SC Verl verliehen. Dort verbrachte er allerdings nur eine Halbserie. Unter Trainer Tobias Strobl sollte er in Verl mehr Spielpraxis erhalten, nachdem es in der 2. Liga zunächst nur zu vier Kurzeinsätzen gereicht hatte.

Beim SC Verl absolvierte er die komplette Rückrunde und kam in jedem Spiel zum Einsatz. Dabei erzielte er drei Tore. Dreimal wurde er eingewechselt, so auch gegen unseren SSV Jahn, wo er eine Torvorlage beisteuerte. Gegen uns suchte er zweimal den Abschluss: Ein Schuss landete am Aluminium, der andere wurde zum Assist abgefälscht.

Hildmann wirkte bislang recht angetan von ihm und lobte insbesondere seine Laufwege. Bei seinen Statistiken kommt es am Ende allerdings darauf an, was man von einem Mittelstürmer erwartet

Gönnen wir uns an dieser Stelle doch direkt einen Blick auf seine statistischen Werte und beginnen mit seinem Defensivverhalten. Er ist zwar Mittelstürmer, kann aber auch auf dem linken oder rechten Flügel eingesetzt werden.

Seine Defensivarbeit hebt sich im Vergleich zu anderen Stürmern nicht nennenswert hervor und reiht sich im Ligavergleich im Mittelfeld ein. Da es sich jedoch um einen Stürmer handelt, kann man das Ganze unterschiedlich bewerten – je nachdem, ob man einen Offensivspieler sucht, der viel nach hinten mitarbeitet, oder eben nicht. Seine geführten Zweikämpfe sind absolut in Ordnung und bewegen sich im oberen Drittel. Dabei begeht er nur wenige Fouls.

Ein Entwicklungsfeld sind sicherlich sein Dribbling und sein Ballbesitzspiel. Dass ein Stürmer häufiger den Ball verliert als ein Sechser, kann durchaus nachvollziehbar sein. Allerdings bewegt er sich in nahezu allen Werten im Mittelfeld. Rund 40 % seiner Positionskollegen sind besser, 60 % dagegen schlechter. Deutlichen Steigerungsbedarf sieht man jedoch beim Dribbling. Zwar liegt er bei den erfolgreichen Dribblings im Mittelfeld der Liga, bei der prozentualen Erfolgsquote seiner Dribblings befindet er sich jedoch im unteren Drittel. Hinzu kommt, dass er sich in der Luft trotz seiner 1,85 Meter augenscheinlich schwertut.

Seine Abschlusswerte liegen ebenfalls im Mittelfeld der Liga. Spannender sind dagegen seine Passwerte. Luft nach oben hat er bei den präzisen langen Bällen, dafür kreierte er im Vergleich zu anderen Spielern sehr viele Großchancen. Seine Flankenwerte entwickeln sich in die richtige Richtung, und auch seine Werte im Passspiel sowie bei den Torvorlagen sind absolut gut.

Jetzt sitze ich nach dem Ganzen hier und denke mir: „Joa, krass hört sich das nicht an.“ Ja, das wird als Jahnfan aber nur selten der Fall sein. Aus den wenigen persönlichen Beobachtungen und den statistischen Werten lässt sich jedoch durchaus ableiten, was in Wörner steckt.

Sein Antritt, seine Laufwege und sein Einsatz haben einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Frage ist, ob er während seiner Leihe bei uns den nächsten Schritt machen und seine Defizite ablegen kann. Die Anlagen und positiven Aspekte, von denen durchaus einige vorhanden sind, bringt er auf jeden Fall mit. Ein sehr spannendes Profil beziehungsweise eine interessante Idee erwartet uns.

Patrick Hobsch – die gewünschte Erfahrung

Mit Patrick Hobsch und dem Jahn kommt wohl zusammen, was zusammengehört. Man munkelte, dass Achim Beierlorzer schon einmal am erfahrenen Rechtsfuß interessiert war, sich dann aber aufgrund charakterlicher Eigenschaften eher für Eric Hottmann entschieden hatte. Bisher kann man das als Außenstehender allerdings nicht nachvollziehen, da Hobsch einen sehr umgänglichen und sympathischen Eindruck macht. Und vor allem – für viele das Wichtigste – ist er endlich ein erfahrener Spieler für die 3. Liga.

Der in Bremen geborene Hobsch begann seine fußballerische Laufbahn beim SC Feucht und wechselte von dort zum 1. FC Nürnberg. Anschließend führte ihn sein Weg über Seligenporten und Bayreuth zum VfB Lübeck, wo er einige Jahre verbrachte. Danach ging es zurück nach Bayern zur SpVgg Unterhaching. Diese konnte den Spieler allerdings nicht halten, als der Ruf der Löwen lockte. Nach deren Abstieg trat er nun den Gang zu uns an.

Im Toto-Pokal meldete er sich direkt mit drei Toren an. Bei 1860 verlief seine zweite Saison nicht mehr ganz so erfolgreich wie die erste. Die Rolle als Joker nahm er jedoch an und biss sich durch. So kam er in 36 Spielen zum Einsatz.

Diese 36 Spiele reichen aus, um bei FotMob einen Blick auf einige aussagekräftige Daten zu werfen. Und ich muss zugeben: Diese Werte lesen sich deutlich besser als die manch anderer Spieler.

Beginnen wir direkt mit der Defensive. Im Vergleich zu anderen Offensivspielern weist Patrick viele Klärungsaktionen, Defensivaktionen und gewonnene Zweikämpfe auf. Mit diesem Einsatz gehört er zu den Besten der 3. Liga. Bei anderen Werten bewegt er sich im Vergleich zu anderen Stürmern eher im Mittelfeld, was aber dennoch zeigt, dass er auch defensiv mitarbeiten kann.

Positiv anzumerken ist außerdem: Er gewinnt seine Zweikämpfe besser als die meisten Stürmer der 3. Liga, zieht viele Fouls und ist in der Luft sehr stark. Prozentual gewinnt er mehr Luftzweikämpfe als 94,4 % seiner direkten Konkurrenten auf seiner Position. Auch seine Erfolgsquote im Dribbling ist hoch, lediglich bei der Anzahl erfolgreicher Dribblings rangiert er eher im unteren Drittel.

Bei all den guten Werten in den Bereichen Ballbesitz und Defensive kommen wir nun zum Passspiel, das auch bei einem Stürmer nicht unerheblich ist. Zwar rangiert er bei den prozentual erfolgreichen Flanken und den erfolgreichen Pässen im oberen Drittel, lässt aber bei der allgemeinen Passquote sowie bei den zielgenauen langen Bällen (jeweils in Prozent) deutlich Federn. Viele Werte zur Chancenkreation und zum Passspiel sind eher durchschnittlich.


Nun werden einige sagen: „Ist mir egal! Buden machen soll er!“ Und seine Kopfballstärke sollte uns durchaus Freude bereiten, denn auch hier gehört er zu den Besten der Liga. Was Schüsse und Torschüsse angeht, kratzt er allerdings nur knapp am unteren zweiten Drittel der Liga. Hier hat er definitiv noch Steigerungspotenzial.

Was kann man nun also alles in allem über Patrick Hobsch sagen? Ist er der Torgarant? Der Stürmer mit dem perfekten Riecher? Der Spieler, den wir so lange gesucht haben? Vermutlich nicht. Aber – und das muss ich zugeben – seine Werte sind durchaus überzeugend.

Man weiß genau, was er kann und woran er im laufenden Trainingsbetrieb noch arbeiten muss. Für unsere jungen Spieler wird er sicherlich einen großen Erfahrungsschatz mitbringen und ihnen einiges vermitteln können. Satt wirkt er allerdings noch lange nicht, und seine Statistiken untermauern, dass mit ihm durchaus zu rechnen ist. Alles in allem ist er eine sehr runde Verpflichtung unserer Kaderplaner.