Hoffenheim 2 lässt den Jahn alt aussehen

1:5 – ein Ergebnis, was in der Deutlichkeit auch nicht zu hoch ausgefallen ist, wenn man ehrlich ist. Die erste böse Klatsche unter der Führung von Sascha Hildmann bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim. Ob es nur ein Tag zum vergessen war oder ein Rückfall in alte Zeiten, können wir hier nicht sagen, aufarbeiten wollen wir es trotzdem bestmöglich.

Sascha Hildmann setzte nach dem zumindest spielerisch ansprechenden Saisonbeginn weiterhin auf die selbe Startelf der ersten zwei Spieltage und konnte somit auch auf den fraglichen Fein setzen. Man könnte hier natürlich wieder auf die Zweitvertretung schimpfen und sagen, dass solch eine Offensive in keiner anderen Truppe der dritten Liga auflaufen würde, aber auch das würde nichts am abermals schwachen Start in die Partie ändern. 15 Minuten scheint die Truppe bisher immer zu brauchen, bis sie dann irgendwie in der Partie ankommt. Dieses Mal aber zeigte sie dieses Verhalten über die komplette erste Halbzeit. Kein Zugriff in den Zweikämpfen, kein konsequentes Anlaufverhalten – egal, wohin man blickte, hier wurde man von den jungen Sinsheimern teilweise ordentlich in die Schranken gewiesen. Etwas, das dem Cheftrainer auch auf der PK aufgefallen war, ein bisschen „mal schauen“ ist in dieser Liga oder auch im Totopokal gegen „kleinere“ Gegner absolut tödlich.

Trotz schwachem Start in die Partie fand auch die Jahnelf immer wieder zu Offensivaktionen, die mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit den Spielverlauf aus dem nichts hätten ändern können. Es sollte aber eben dieses mal nicht wie in Köln sein, wo man dann mit der ersten besseren Chance gleich die Führung markierte und somit bedröppelte Gegner vorfand. Hoffenheim präsentierte sich auf dem Spielfeld mit Spielwitz und Zweikampfstärke und zeigte dies auch mit teilweise 65 Prozent gewonnenen Zweikämpfen. Ein Spieler, den keiner aus der Jahnabwehr in den Griff bekam, war Yasin Zor. Dieser sollte im Verlaufe der Partie mit zwei Treffern und einer Torvorlage auch zum Man of the Match werden.

Trotz schwacher erster Halbzeit stand es am Ende eben doch „nur“ 0:2, ein gefährliches Ergebnis, wie auch der Chefcoach der jungen Sinsheimer, Stefan Kleineheismann, attestierte. Ein Tor und alles kann sich ändern, weil die Dynamik eines Spiels eben doch auch über das Momentum bestimmt wird. In der zweiten Halbzeit sollte man einen griffigeren Jahn sehen, der immerhin endlich zeigte, wer hier eigentlich die Herrenmannschaft war. Nach einer kurzen Ecke, die dann von Hermes zum Anschlusstreffer verwandelt werden konnte, schien das Spiel doch noch kippen zu können. Ein zartes Pflänzchen Hoffnung, das doch schnell wieder ausgerissen wurde mit dem Treffer zum 1:3 durch den überragenden Zor. Posselt klärte unzureichend, Hermann spekulierte falsch und schon musste der Star des Spiels nur noch einschieben. Der Zahn wurde der Mannschaft aber dann wohl endgültig gezogen, als das 1:4 durch ordentlich Mithilfe von Hermann fiel. Im amerikanischen Football würde man da von klassischen „Butterfingers“ reden, als dem jungen Torhüter die Freistoßflanke durch die Finger glitt und Gjasula nur noch einschieben musste. Der fünfte Treffer ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten, es wurde klar – hier ist heute nichts mehr zu holen.

Sascha Hildmann sprach nach der Partie von einer unerwarteten Leistung. Das hätte er nicht kommen sehen, dass die Mannschaft nach dem Saisonstart auf ein mal sich so präsentieren würde. Die erste Halbzeit stieß ihm sauer auf, ebenso ließ auch Sportdirektor Alex Schmalhofer während des Halbzeitinterviews bei Magenta TV kein gutes Haar an seiner Mannschaft.

Dass diese in teilen sehr junge Mannschaft auch Fehler machen würde, war zu erwarten, dass sie am Samstag in Kombination mit fehlenden Mut und Überzeugung auftraten, kann den Verantwortlichen des SSV Jahn nicht gefallen und muss aufgearbeitet werden.

Das Schöne am Fußball ist aber jedoch, dass der letzte Spieltag schnell wieder vergessen gemacht werden kann mit einer überzeugenden Partie – allerdings gegen den Aufstiegsaspiranten aus Duisburg. Dieses Spiel beginnt wieder bei 0:0 und das sollte auch hoffentlich Spieler wie Hermann, die nach dem Fehler sichtlich verunsichert waren, mit einen mentalen Neustart in die Partie schicken.

Man darf gespannt sein, wie das Team von Sascha Hildmann auf diese doch herbe Niederlage reagieren wird.