Es gibt in dieser Saison auch mal Auswärtsspiele, bei denen man keine ewigen Strecken zurücklegen muss. Schweinfurt, das nicht allzu weit entfernt ist, war ein solches. Wobei man durchaus festhalten muss, wie weit nördlich es dann doch schon liegt. Vor allem, wenn man wie ich aus München angereist kam.
Allen war vor dem Spiel eines klar: Heute ist wichtig! Würde man verlieren, würde der Baum lichterloh brennen. Manch einer bemerkte mit einem süffisanten Grinsen, dass uns Dustin Forkel sicherlich die ein oder andere Bude einschenken würde. Leider fehlte dieser im Aufgebot der Schweinfurter. Aber nun, eins nach dem anderen. (Foto: crs.view)
Blick auf die Spiele
Schweinfurt ist ziemlich abgeschlagen Letzter. Das Sachs-Stadion ist sicherlich irgendwo ein schönes, altes Schmuckkästchen, aber sicherlich auch kein modernes Profistadion. Die Bedingungen in Schweinfurt waren sehr suboptimal. Soweit man es vernehmen konnte, mussten die Unterfranken in der Halle gegen unseren Jahn vorbereiten.
In unserem letzten Bericht wurde ja gesagt, dass es diese Saison um nichts anderes als den Abstieg ging. Und das, was auf dem Platz passierte, war bis auf das Tor sicherlich kein Leckerbissen. Das Tor war ein übliches, wie man es von Noel gewohnt ist, und es war gut herausgespielt. Bereits vor der Partie machten wir uns Gedanken, da wir uns durchaus Sorgen wegen der Schiedsrichteransetzung machten. Daniel Barnitzki war immerhin in seinem letzten Spiel (Aachen gegen Rostock) nicht sonderlich positiv aufgefallen und bekam eine längere Pause. Also stand er enorm unter Druck. Zu dieser Gesamtthematik später mehr. Es sollte passieren, was man sich nicht wünschte: Rot für den Jahn in der 63. Minute. Felix Strauss musste nach einer Beleidigung vom Feld.
Nun war bei allen die Anspannung greifbar. Zwar war das Spiel grauenhaft und man hatte nicht das Gefühl, dass Schweinfurt das noch reißen sollte, aber man weiß ja nie. Es sollte auch tief in der Nachspielzeit sein, dass doch ein Angriff den Weg vor unser Tor fand. Felix Gebhardt bewies aber, wieso er zurecht unsere Nummer 1 ist und parierte mit einem brutalen Reflex. Merci, Felix!
Am besten beschreibt das Spiel ein Kommentar aus dem Auswärtsmob:
Gott sei Dank sind die Fahnen vor mir so muss ich das Elend nicht sehen.
Unbekannt
Das kommende Wochenende geht es nun gegen Viktoria Köln. Diese haben eine nicht ganz einfache Zeit hinter sich. Mussten sie in den vergangenen Wochen nicht nur einige Niederlagen einstecken, so kam auch noch der Verlust zweier absoluter Stammkräfte dazu. Torhüter Dudu und Lex-Tyler Lobinger verließen den Club, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Diese Verluste wiegen schwer. Für unseren Jahn eine Chance?
Im Hinspiel hatte unsere Mannschaft, allen voran Robin Ziegele, große Probleme mit Tonye von Köln. Kann man ihn in den Griff bekommen? Man darf gespannt sein, was uns in der kommenden Woche erwartet.
“Ihr seid so blind”
Wie wir bereits erwähnt haben, musste Felix Strauß vom Feld. Nach einer Grätsche von ihm zückte Schiedsrichter Daniel Barnitzki die gelbe Karte. Laut Chefcoach Wimmer und Felix eine falsche Entscheidung. Strauß machte das direkt am Feld deutlich. Der Schiedsrichter, für viele humorbefreit, zückte daraufhin die rote Karte. Die Aussage laut unserem Verteidiger: „Ihr seid so blind.“
Im Nachgang des Spiels waren beide Seiten ziemlich festgefahren auf ihre Sicht. Sie versuchten zwar, Verständnis zu zeigen, aber es blieb eben nur beim Versuch. Während der Schiedsrichter sich aufs Regelwerk berief, tat Felix Strauß dies auf die Thematiken Emotionen und Fingerspitzengefühl.
Feldverweiswürdige Vergehen: Spieler, die eines der folgenden Vergehen begehen, werden des Feldes verwiesen:
das Regelwerk
… Anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerungen und/oder Handlungen
Der allgemeine Tenor war im Großen und Ganzen so, dass die Rote durchaus berechtigt war, man sich aber dennoch fragte, wie dünnhäutig der Schiedsrichter doch sei. Auch wurde wieder die Qualität der Unparteiischen in der dritten Liga bemängelt.
Über unseren Blog möchte ich nun die Möglichkeit nutzen, meine Sicht der Dinge zu erläutern.
Beginnen möchte ich dabei mit deutlicher Kritik am Beurteilungssystem des Schiedsrichtertums in Deutschland. Mir ist klar, dass die Schiedsrichterpositionen in den oberen Ligen rar sind und nur den Besten der Besten offen sein sollten. Aber sind es wirklich die Besten der Besten, oder versagt dieses System nicht deutlich? Barnitzki wurde für sein sehr schlechtes Spiel zwischen Aachen und Rostock mit einer Pause „bestraft“. Sein Spiel gegen uns war eine Bewährungsprobe. Er stand also unter massivem Druck, dass sein Beobachter zufrieden ist. Also selbst wenn Barnitzki die Rote Karte nicht so empfunden hätte, stand er unter dem Druck, diese zu verteilen, weil sein Beobachter ihn sonst schlecht bewertet hätte, da er sie nicht gab. Was für ein wahnsinniger Ermessensspielraum. Zeitgleich dazu hat man dann aber Schiedsrichter mit maximal ausreichenden Leistungen Woche für Woche im Einsatz. Nein, dieses Bewertungssystem ist sehr oft schwer nachvollziehbar, und der Umgang mit jungen Schiedsrichtern ist teilweise absolut unterirdisch. Meiner Meinung nach gehört sich das geändert.
Ich mag Feli Strauß super gerne. Und sicherlich ist Felix nicht der einzige Spieler in Deutschland, dem so etwas passiert.
Leider muss man aber auch festhalten, dass Straußi nun neun gelbe Karten hat, zusätzlich zu dieser einen roten Karte. Neben viel Verständnis für seine Reaktion habe ich aber auch öfter die Frage gehört: „Kann er sich da nicht beruhigen?“ Und hierauf muss ich leider noch einmal mit dem Finger deuten. Auch mir fiel unser Verteidiger in dieser Saison schon des Öfteren dadurch auf, dass er bereits während eines Laufduells reklamierte oder (auch als Kapitän) sehr lautstark auf den Schiedsrichter zuging. Viele mögen diesen Typ „Kämpfer“ auf dem Platz. Aber neun Karten und jetzt auch diese unnötige rote Karte, welche unseren Erfolg wirklich gefährden kann, sind schon ziemlich arg. Meine Bitte, nicht nur an unseren Verteidiger, sondern allgemein, wäre: sich öfter auf das Spielen und weniger auf das Diskutieren zu konzentrieren.
Zum Schluss noch eine kurze Sache. Ich habe auch öfter gelesen, dass „seid ihr blind“ nicht so schlimm sein soll. Ja, ich verstehe natürlich, dass es durchaus viel schlimmere Dinge gibt, die man jemandem an den Kopf werfen kann. Aber nur weil es „nicht so schlimm ist“, macht es das Ganze nicht okay. So einfach ist das. Ist der Schiedsrichter dann sensibel? Vermutlich. Ist er trotzdem der Spielleiter? Ja. End of Story.




