Nach Verl und vor Wiesbaden: Wieder einmal Ernüchterung

Am vergangenen Mittwoch spielte die Jahnelf noch auswärts in Westfalen, keine 72 Stunden später gastiert im 400 Kilometer entfernten Jahnstadion schon wieder der SV Wehen Wiesbaden. Wir blicken zurück und nach vorne. (Foto: Köglmeier)

Die Stimmung beim Jahn war nach dem eindrucksvollen Sieg gegen den TSV Havelse durchaus gut. 5:0, ansehnlicher Fußball, der nötige Befreiungsschlag war bravourös gelungen. Wird nun alles besser? Nach dem vergangenen Mittwoch fällt das Fazit wieder einmal eher ernüchternd aus, dabei begann es zunächst durchaus positiv für die Regensburger. So näherten sich die beiden Mannschaften die ersten 20 Minuten noch an, ehe Boujellab (28. Minute) und Hermes (31. Minute) die ersten guten Chancen für den Jahn kreierten. Eben jener köpfte den Jahn in der 38. Minute nicht unverdient in Führung und spätestens mit dem 2:0 durch Oscar Schönfelder kurz vor dem Pausenpfiff war das Jahnherz vorerst froh.

Ähnlich wie aber schon gegen Stuttgart II hielt die positive Stimmung nicht sonderlich lange an. Zunächst hätte Boujellab kurz nach Wiederanpfiff noch das 3:0 machen können, scheiterte aber am exzellent parierenden Schlieck, ehe die goldene Viertelstunde des Sportclubs beziehungsweise des Dennis Waidner begann. Erst schlenzte er den Ball unhaltbar für Hermann ins linke Eck (66. Minute), knapp neun Minuten später dann war er wieder zur Stelle und markierte nach Unsicherheiten in der Jahn-Abwehr das 2:2. In der Folge hätte Verl sogar noch das 3:2 machen können, die Regensburger fanden aber noch gerade rechtzeitig den Faden wieder, sodass am Ende das Unentschieden stand.

Summa summarum ein ernüchterndes Ergebnis. Man hätte vor der Partie ein solches Ergebnis wahrscheinlich unterschrieben, aber nach einer 2:0-Führung kann man gut und gerne auch gewinnen. So rutscht man abermals in die Abstiegsränge und findet sich auf dem 17. Tabellenplatz wieder.

Und nun? Mit Wiesbaden steht das nächste sehr wichtige Kellerduell an, Verlieren ist auch hier verboten. Sportlich findet sich der SV Wehen in einer ähnlichen Position wieder, gerade einmal zwei Pünktchen mehr als der Jahn konnte man sammeln, aktuell agiert man folglich auch weit unter den Erwartungen. Zuletzt zeigte der Trend bei den Gästen aber deutlich nach oben, man konnte drei der letzten vier Spiele gewinnen und sammelte dabei gegen Ingolstadt, Köln und Aachen echte Big Points. Insbesondere Robin Kalem und Gino Fechner zeigten sich dabei mit drei beziehungsweise zwei Torbeteiligungen in guter Form, es dürfte also keine leichte Aufgabe für die so oder so alles andere als sattelfeste Jahn Abwehr werden (nur Havelse kassierte mehr Gegentore). Weiterhin fallen Florian Dietz, Davis Asante, Robin Ziegele, Felix Strauss und Benedikt Saller aus, Hoffnungsschimmer für den Jahn ist die zuletzt freundliche Erinnerung an Aufeinandertreffen mit den Hessen, allen voran natürlich der Zweitliga-Aufstieg 24/25, realisiert in der Relegation gegen eben jenen Gegner.

Die englische Woche dürfte den Domstädtern einiges abverlangt haben, nichtsdestotrotz darf das natürlich keine Ausrede sein, es gilt für die Jahnelf, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren, ehe mit Essen und Rostock in den kommenden Wochen sehr große Aufgaben warten.