Der Verein aus dem Emsland
Dass es zu einer Premiere kommt, ist wohl dem Umstand geschuldet, dass die Meppener ihre Zeit in der 3. Liga vor allem dann hatten, als unser SSV Jahn zu Höherem berufen war. Welch schöne Zeit. Wirkt ehrlicherweise viel zu lange her.
1912 gegründet, blickt der SV Meppen durchaus auch auf erfolgreiche Zeiten zurück. So gehörte man von 1987 bis 1998 der 2. Bundesliga an. Auch die Frauenmannschaft hat durchaus ansehnliche Erfolge zu verzeichnen. Aktuell ist diese in der 2. Frauen-Bundesliga vertreten.
Einer der größten Erfolge des Vereins aus Niedersachsen: Man lehnte ein Investmentangebot von Red Bull ab, welches unter anderem die Änderung des Vereinsnamens, des Wappens und der Farben vorsah. Außerdem wollte man nicht die Mehrheit im Sinne der 50+1-Regel abgeben. Sehr stabil!
Allerdings fiel dies mit einer sportlich sehr schlechten Zeit zusammen. Man dümpelte in der Regionalliga herum und es ging noch weiter runter. 2017 ging es zurück in die 3. Liga, welche man erst mit dem Abstieg 2023 wieder verließ. Jedoch nur ein kurzes Intermezzo. Seit dieser Saison sind sie wieder Teil der 3. Liga.
Trainer ist seit 2024 Lucas Beniermann. Dieser muss mit einem Kader arbeiten, der laut Transfermarkt.de einen Gesamtwert von ca. 3,68 Millionen Euro haben dürfte. Zum Vergleich: Unser SSV Jahn hat einen Wert von 7,93 Millionen Euro. Deshalb sind wir leider nicht doppelt so gut! Unter Trainer Beniermann, dessen Punkteschnitt beim SV Meppen bei 1,91 liegt, steht man aktuell auf Platz 12. Auch wenn es der eine oder andere Fan natürlich nicht mehr hören kann: Es sind nur zwei Punkte Unterschied! Aber zwei Punkte können auf lange Sicht entscheidend sein. Die Meppener werden sicherlich alles daransetzen, dass der Abstand auf fünf Punkte anwächst.

Dabei helfen soll wohl dieses Trio infernale: Schmitt (bester Scorer), Rankic (bester Torschütze) und Pünt (laut Kicker notenbester Spieler). An dieser Stelle vorweggenommen: Das Durchschnittsalter der beiden Clubs liegt jeweils bei 25,5 Jahren.
Julius Pünt ist ein Urgestein der Meppener. Seit 2019 zieht er seine Handschuhe für den Sportverein an und mindestens seit der Saison 2023/24 ist er der Stammkeeper. Fünf weiße Westen und 17 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache.
Schmitt, der vorne links zu finden ist, spielt seit der Saison 2025/26 für die Blau-Weißen. 19 Tore hat er seitdem für sie geschossen. In dieser Saison hinkt der ehemalige Kölner seinen Werten aus der Vorsaison hinterher. Zumindest wirkt es so. Wenn man sich auf FotMob seine Werte ansieht, so schlägt er sich über die Saison gesehen sehr gut und ist in vielen Bereichen durchweg in den oberen Sphären zu finden.
Bei Stefan Rankic, der seit der Saison 2024/25 in Meppen spielt, ist es eine interessante Kombination. Immerhin ist ihr bester Torschütze ein Innenverteidiger. Dementsprechend sind seine Offensivwerte natürlich irreführend. Aber: Seine Defensivattribute lesen sich wirklich nicht schlecht, auch wenn er viele Fouls begeht. Er ist mit vier Gelben Karten auch von einer Sperre bedroht. Es dürfte durchaus spannend werden, wie unsere Offensive versuchen möchte, den Verteidiger zu überwinden. Einen guten Tag brauchen wir sicherlich. (Bild mit KI generiert)
Die Neuzugänge der Meppener sind großteils gut in den Kader eingebunden. Gerade Bähr (Hoffenheim II), Ehlers (Aue), Ghawilu (Jeddeloh) und Akono (Chemie Leipzig) haben einige Spiele gemacht. Ob sie aber die Abgänge von Ulbricht (Mannheim, 27 Tore), Wensing (Osnabrück) und Stuhlmacher (Münster) auf Dauer kompensieren können, wird man sehen. Die genannten Abgänge tun sich bisher noch relativ schwer.
Wie gehen wir also nun mit diesem Spiel um? Was erwartet uns? Sicherlich hat Meppen als Aufsteiger auch den Anspruch, drinzubleiben. Alles andere wäre eine Farce. Von allen Aufsteigern sind sie Stand jetzt die Besten, wenn auch knapp. Sicherlich wird uns kein Gegner erwarten, der es uns einfach machen wird. Es könnte zähe Kost werden, aber ein Sieg ist möglich, aber eben auch harte Arbeit.
Die Woche unseres SSV Jahn
Im WhatsApp-Channel von 1889fm werdet ihr immer über aktuelle Sachen informiert. Ein Abo lohnt sich hier vor allem für Kaderupdates.
Unser Kapitän Felix Strauss fehlt weiterhin langfristig. Weiterhin keine Matchfitness hat das Quartett Bene Saller, Flo Dietz, Davis Asante und Robin Ziegele. Oscar Schönfelder wird aufgrund seiner fünften Gelben Karte fehlen.
Im Vorbericht des Vereins wird erwähnt, dass unsere Jungs aktuell auch dank einer „bemerkenswerten offensiven Durchschlagskraft“ punkten. Anhand der Werte (bei den erzielten Toren ist unser Jahn auf Platz 5 der Liga, bei den Gegentoren sind wir im Mittelfeld) ist das durchaus nachvollziehbar. Im Pressegespräch nach Rostock wünschte sich Sascha Hildmann, sollte ich mich nicht täuschen, auch, dass dies mehr gewürdigt wird.
Per se hat er damit ja auch recht. Unsere Jungs haben wirklich einen guten Torriecher und die Stimmung im Umfeld des Vereins ist nach wie vor sehr wechselhaft, teilweise auch einfach schlecht. Das hat viele verschiedene Gründe.
Einer der Gründe ist sicherlich die Tabellensituation, die weit hinter den Ansprüchen oder den gewünschten Ansprüchen der Fans hinterherhinkt. Dass man sich mal wieder in einer Übergangssaison befindet (immerhin haben wir einen neuen Sportchef und einen neuen Trainer in ihrer ersten vollen Saison), war vielen klar. Aber dass man trotzdem kurz vor den Abstiegsrängen herumdümpelt, missfällt einigen. Zu Recht.
Dann kommen teilweise individuelle Leistungen hinzu. Aktuell steht Hannes Hermann mehr im Fokus, als ihm vermutlich selbst lieb ist. Und mit Hannes Hermann auch Alexander Schmalhofer, welcher sich für dieses Modell mit den Torhütern entschieden hat.
Wir haben uns sehr vertrauensvoll ausgetauscht. Hannes ist unser Torwart, und er wird auch im Tor bleiben, weil wir total von ihm überzeugt sind. Er macht jetzt seine Fehler, aber wir stehen als Mannschaft und Trainerteam geschlossen hinter ihm. Hannes wird uns auch noch Spiele gewinnen.
Sascha Hildmann in der Mittelbayerischen Zeitung/beim Pressegespräch des SSV Jahn
Kurz und schmerzlos zu Hermann: Ja, seine Leistungen sind schwankend. Man muss sich aber natürlich bei den Schwächen und Stärken auch langsam die Frage stellen: Sollte man Hermann schützen? Sollte man ihm die Ruhe geben oder die Chance, dass es um ihn ruhiger wird?
Schaden würde es ihm sicherlich nicht. Aber was man aus dem Umfeld des Vereins hört und was man sich bei einem 21-jährigen jungen Mann auch denken kann, ist, dass er selbst sein größter Kritiker ist und sich selbst enorm unter Druck setzt.
Am Ende des Tages ist die Faktenlage klar und ich wiederhole sie immer wieder gerne, weil wir sie nicht ändern können: Wir haben zwei junge Torhüter geholt. Das war die Entscheidung von Alexander Schmalhofer als Verantwortlichem. Daran wird er sich messen lassen müssen, vielleicht muss er auch noch dazulernen. Ein Meister fällt ja bekanntlich selten vom Himmel.
Man hat nun mal im Scouting in Hermann etwas gesehen, was uns angesprochen hat. Man hat gehofft, dass er die Entwicklungsschritte nimmt, damit er seine Schwächen abstellen kann. Außerdem war unseren Verantwortlichen bewusst, dass wir ihn nicht fest verpflichtet bekommen. Daher leiht man sich einen Torhüter. Ja, es nervt viele, dass wir nur ausbilden, aber man bekommt gewisse Talente/Spieler halt als SSV Jahn eben nur so. Wir sind keiner der großen Big Player in der Fußballwelt, sorry to say.
Nun ist es so, dass man eben mit Max Schmitt einen zweiten talentierten und jungen Torhüter hat, welcher aber bisher auch noch nicht so zu überzeugen wusste (die Testspiele waren auch nicht alle 1a) und der eben hinter Hermann fest verpflichtet wurde. Wie ich schätze, als lange Testphase, wie Flo vom Blog schätzt, weil man keinen erfahrenen Torhüter bekommen hat. Wieder etwas, worüber man mit dem Sportchef diskutieren kann.
Das Leben, auch in der Fußballwelt, besteht nun mal aus Entscheidungen. Ich selbst bin auch nicht immer total sattelfest darin. Unsere Verantwortlichen haben nun diese Entscheidung getroffen und wer weiß, ob sie diese noch mal so treffen würden. Das ist kein Freispruch, sondern eine Feststellung. Was wir Fans sicherlich erwarten, ist, dass man sich im Winter ggf. Gedanken macht, ob man nicht wirklich nachbessern möchte oder ggf. wirklich überlegen möchte, Max Schmitt eine Chance zu geben. Ansonsten kann man das Ganze für diese Saison nur als das betrachten, was es ist: eine unglückliche Entscheidung.
Doch was sollte daraus folgen? Hermann zurückschicken? Schmitt rein? Weidinger rein? Schmalhofer raus? Irgendwas muss sich jetzt sofort ändern, und wenn wir alle auf die Bank setzen!
Ruhig Blut zu bewahren, würde helfen. Denn das oben Geforderte mag eine schöne Hire-and-Fire-Mentalität sein, aber ob sich ein Verein wie der SSV Jahn Regensburg das so leisten kann, sollte man sich auch fragen.
Wichtiger als das wäre es, weiterhin neue Prozesse anzustoßen: Scouting verbessern, welche Philosophie, welche Spielidee oder welchen Weg möchte der Verein in Zukunft verfolgen? Das sind nachhaltige Prozesse in einer sich ständig ändernden Fußballwelt.
Kontraproduktiv wäre es, Schmalhofer zu schassen, um wieder einen Neuen von vorne anfangen zu lassen. Kontraproduktiv wäre es, einen jungen Menschen niederzumachen und ihm nicht die nötige Entwicklung zuzugestehen. Aber natürlich mit der Einschränkung, dass sich Verbesserungen zeigen. Jetzt, nicht erst in zwei Wochen. Weiterer Druck auf den Schultern von Hermann vonseiten der Fans wird dabei nicht zuträglich sein.
Ich kann den Frust nachvollziehen. Die Wut, den Ärger und vor allem den Schock, wie schlimm manche Fehler wirken. Aber für gute Entscheidungen braucht es einen kühlen Kopf und keine Explosion.
Was war sonst noch? Der Jahn hat sich mit anderen Vereinen der 3. Liga hinsichtlich der Aufstiegsregelung positioniert. Hier ist das gemeinsame Statement.




