Die Jahnelf schlägt eiskalt zu
Nach der reichlich frustrierenden Heimniederlage gegen Alemannia Aachen änderte Cheftrainer Sascha Hildmann auf vier Positionen. Strauss, Saller, Bauer und Hottmann rückten in die Startelf für Kühlwetter, Mätzler, Müller und Hermes. Gerade Hottmann sollte heute einen Tag erleben, den er wahrscheinlich nicht so bald vergessen wird.
Ebenfalls brachte der neue Chefcoach ein neues System zum Einsatz, ein 4-1-4-1 in Grundformation mit einer klar definierten Viererkette. Dabei stellte Seidel den linken Außenverteidiger, während sich auf rechts Oliveira und Bauer immer wieder situationsbedingt abwechselten.
Es zeigte sich auch ein deutlich verhalteneres Pressing im Vergleich zum altbekannten Pressingverhalten. Sobald der Ballgewinn aber zustande kam, hielt es keinen der Jahnelf mehr auf seinen Positionen. Schnelle Gegenstöße über die Außen, gepaart mit Boxbesetzung von mindestens drei Jahnspielern, zeigten offensiv einen neu erfundenen Jahn.
Die Hanseaten sollten gar nicht wissen, wie ihnen geschieht in Halbzeit 1. Ein griffiger Jahn, gepaart mit Spielwitz und eiskalter Chancenverwertung, stellte innerhalb kurzer Zeit auf eine 2:0-Führung durch Schönfelder und Hottmann. Beide Male auf Außen durchgebrochen mit einer kraftvollen Hereingabe, wobei gerade beim ersten Treffer der allgegenwärtige Hottmann noch sehr ansprechend mit der Hacke auf Schönfelder ablegte. Rostock fand keine Antwort auf diesen Spielwitz, den die Jahnelf gerade in Halbzeit 1 präsentierte.
Beim 3:0 empörte sich das Stadion der Rostocker über ein mögliches Foulspiel von Rekordspieler Bene Saller, welcher unter der Woche auch seine Verlängerung um ein Jahr bekannt gab, an Bergh. Die Pfeife des Unparteiischen blieb aber still und endete damit, dass am Ende Eichinger den Ball auf Hottmann zurücklegte, der dann nur noch ohne Mühe einschieben musste. Bäm! 3:0-Führung zur Halbzeit, das Stadion war dementsprechend unzufrieden mit der Leistung ihrer Hansa.
Aufbäumen der Heimelf bleibt ohne Erfolg
Die zweite Hälfte sollte auch da weitergehen, wo die erste aufgehört hatte. Die Jahnelf ließ nicht vom Gas und stellte zeitnah nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit auf das 4:0. Eine Flanke aus dem Halbfeld sollte den offensiv sehr präsenten Nick Seidel, welcher unter Hildmann deutlich offensiver agiert, zu einem Flugkopfball animieren. Schlussmann Uphoff sollte den noch parieren können, dann aber machtlos sein gegen den Abstauber von Eric Hottmann. Hattrick! Dem Stürmer schien an diesem Tag alles gelingen zu wollen, die Bälle fielen ihm auch einfach vor die Füße.
Zwei schnelle Gegentreffer brachten aber dann doch ein wenig Unruhe in die Jahnelf. Ein mögliches 3:4 in der Phase hätte vielleicht sogar noch das Spiel komplett kippen können, clevere Wechsel mit Geipl und Kühlwetter brachten aber die benötigte Ruhe dann nach dieser wilden Phase.
Den endgültigen Todesstoß für mögliche Aufstiegsträume besorgte dann Eric Hottmann, der einen Viererpack schnürte. Die Rostocker liefen kopflos an gegen die Abwehr und Gebhardt, fanden aber dann keine Mittel mehr, um in diese Partie zurückzukommen.
Hildmanns erste Andeutungen
Die Abkehr von einer Fünferkette zu der Viererkette schien nur eine Frage der Zeit zu sein, nun endlich mit einer richtigen Vorbereitung auf eine Partie wurde es dann Zeit. Ein 4-1-4-1, wie wir es auch schon länger nicht mehr gesehen haben in Regensburg. Manch ein Spieler fand sich auf ungewohnten Positionen, füllte seine Rolle aber sehr gut aus für diesen Nachmittag.
Nick Seidel möchte hier explizit erwähnt werden, der unter Hildmann sich zu einer Stammkraft gemacht hat. Man sieht der Leihgabe vom 1. FC Nürnberg sein Talent durchaus an, wenn auch immer wieder gepaart mit sehr leichtsinnigen Fehlern.
Hoffenheim 2 wartet
Mit dem endgültigen Klassenerhalt nach dieser furiosen Leistung gegen Hansa Rostock erwarten wir nun die Zweitvertretung der Hoffenheimer im Jahnstadion. Es darf gespannt sein, ob Sascha Hildmann noch weitere Veränderungen im Team vornehmen wird oder ob wir erst mal die Jahnelf weiterhin im 4-1-4-1 sich präsentieren sehen.
Auch sollten nun langsam die Personalien angegangen werden, gerade die Vertragsverlängerungen von Spielern wie Felix Gebhardt sollten da auf der Agenda ganz weit oben stehen. Hier darf zu erwarten sein, dass zeitnah es endlich zu Entscheidungen kommen sollte. Ein ewiges Hin und Her, wie die letzte Saison wünsche ich mir da nicht mehr und eindeutige Aussagen von Spielern oder Funktionären. Den Anfang machten immerhin diese Woche erfreulicherweise schon Bene Saller (mindestens noch ein Jahr bis 2027) und Adrian Fein (mindestens bis 2028). Christian Kühlwetter hingegen scheint seinen Vertrag nicht zu verlängern und somit vor einem Absprung zu stehen.

Hoffenheim 2 wiederum kann einfach nur froh sein, dass sie in der Hinrunde mit kräftiger Hilfe von der Profimannschaft eine sorglose Rückrunde spielen konnten. Die zweitschlechteste Rückrundenmannschaft dümpelt dem Saisonende entgegen, die nur noch von Absteiger Aue unterboten wird. Von lauem Sommerkick bis Torfest ist alles zu erwarten am Samstag. Persönlich erhoffe ich mir nur, dass die Jahnelf sich höchst motiviert präsentiert, um den Heimfans einen schönen Nachmittag zu bereiten. Der endgültig gesicherte Klassenerhalt sollte hier auch letzte Zurückhaltung beseitigen.
Pack ma’s! Fotos: Köglmeier




