Eine eiskalte Jahnoffensive sorgte bei Temperaturen jenseits der 30 Grad für den ersten Erfolg der Sascha Hildmann Truppe. Dabei war auch nicht alles Gold, was glänzte. Eine auch fahrlässige Chancenverwertung der Kölner Heimmannschaft hätte dieses Spiel in eine andere Richtung lenken können. Unser Nachbericht vom Saisonauftakt. (Fotos: Niekoe)
Fünf Neuzugänge in der Startelf
Fünf Neuzugänge hatten gleich ihren Weg in die Startelf von Sascha Hildmann gefunden. Im Tor konnte sich Hannes Hermann fürs erste die Nummer 1 sichern, während die Abwehr mit dem Personal der Vorsaison begann und aus Schönfelder, neu Kapitän Strauss, Wurm und Bauer bestand kam ein quasi rundum erneuertes Mittelfeld zum Einsatz. Auf der 6 begann Erik Majetschak neben Adrian Fein, die beiden offensiven Spielmacherpositionen bekleideten Nassim Boujellab und David Philipp. Im Sturm durfte auch Patrick Hobsch gleich sein Debüt für die Jahnelf geben. Marco Wörner fiel noch kurzfristig aus, welcher sehr wahrscheinlich gestartet hätte, und wurde durch Lucas Hermes ersetzt.
Weg von der Dreierkette, weg von den Schienenspielern. Zurück zu einer klassischen Viererkette mit richtigen Außenverteidigern, eine Veränderung die sich letzte Saison schon unter dem neuen Trainer angekündigt hatte und nun endgültig im Jahnteam angekommen war über der Saisonvorbereitung.
Ein nervöser Beginn

Die Jahnelf, welche noch nie bei der Viktoria gewinnen konnte, begann durchaus nervös und leistete sich im Aufbauspiel einige gefährliche Fehlpässe. Hier musste auch Majetschak sich sehr schnell eine gelbe Karte einhandeln, nachdem er durch einen unsauberen Pass in die Bredouille gebracht wurde. Keine 10 Minuten in der Partie landete ein zu kurz geratener Rückpass von Bene Bauer bei Castelle, welcher am heraus geeilten Hermann vorbei kam und dann nur noch das leere Tor vor sich hatte. Nicht ganz! Denn Poldi Wurm machte sich in letzter Instanz vor dem Kölner Stürmer möglichst breit und wehrte den fast sicheren Führungstreffer der Viktoria zur Ecke ab. Eine klasse Aktion des jungen Innenverteidiger, der dafür auch dementsprechend von seinen Mannschaftskollegen gefeiert wurde.
Es sollte so weitergehen bis zum „hydration break“, der in der dritten Liga natürlich eher den Temperaturen geschuldet ist als kommerziellen Zwecken. Ein möglicher Elfmeterpfiff für die Viktoria blieb auch aus, den man auch durchaus hätte geben können. Die Hausherren wirkten einfach noch griffiger in allen, ab der erzwungenen Pause durch den Schiedsrichter fand die Jahnelf aber besser in die Partie. Adrian Fein sagte im Interview nach der Partie, dass sie ein wenig umgestellt hatten und das Anlaufverhalten anpassten. So kam der Jahn auch nach und nach in die Partie und konnte auch schnell die mitgereisten Fans einen Grund zum jubeln geben. Lucas Hermes, der von Hobsch bedient wurde, brach in Minute 28 durch und jagte den Ball aus halbrechter Position dann fulminant unten links ins Netz der Hausherren. Ausgerechnet Hermes, der unter normalen Umständen wohl gar nicht in der Startelf gestanden wäre. Ab dem Moment schien die Jahnelf nichts mehr zu misslingen, jeder Angriff auf das Gehäuse der Viktoria führte zu einen Treffer. Ein Konter, den Bene Bauer klasse mit einen langen Ball auf Hermes einleitete fand auch sein Ende im Tor, nachdem sich Hermes gegen einen sehr passiv agierenden Eisenhuth durchsetzte. Es darf aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass Majetschak in Minute 33 schon ausgewechselt werden musste, da er stark gelb-rot gefährdet war.

Köln kämpft sich zurück, Fein zeigt sich unbeeindruckt
Nachdem Doppelschlag von Hermes gaben sich die Gastgeber natürlich noch nicht auf und stemmten sich gegen die drohende Niederlage zum Saisonstart. Sowie die Abwehr der Kölner sollte auch die der Jahnelf weiter nicht um Geschenke verlegen sein. So legte nach einer missglückten Klärungsaktion vom eingewechselten Hingerl dem in Halbzeit 1 noch glücklosen Castelle die Kugel perfekt vor. Dieser setzte dann aus gut 10 Metern Entfernung den Ball in die untere, rechte Ecke und lies damit auch Hermann keine Chance. Jedoch zeigte sich die Jahnelf heute nicht beeindruckt von dem kleinen Rückschlag, welchen man bei einer 2:0 Führung natürlich besser verkraftet.

Fast Postwendend antwortete in Form von Fein dann auch die Jahnelf auf den Gegentreffer und stellte nach einer sehr ansehnlichen Kombination über Fein, Hermes, Boujellab und Torschützen Fein dann wieder den alten 2-Tore-Abstand wieder her. Coach Hildmann schien auch in der Sommerpause auf dem neuen Vize Kapitän noch mal eingewirkt zu haben, dass dieser doch auch seine Abschlussstärke mal öfter nutzen soll. Generell schien heute aber auch jeder Aktion im gegnerischen Strafraum zum Torerfolg führen zu wollen. Der sehr jungen Elf von Köln konnte man hier und dort doch auch ein bisschen Naiv bezeichnen, was auch sich beim vierten Treffer der Jahnelf zeigte. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Fein spielte David Philipp frei, der dann auch wieder eher Begleitschutz bekam als wirklich gefordert zu werden und drückte den Ball zur 4:1 Führung über die Linie.
Ein deutliches Ergebnis, das den Kölnern irgendwann trotz vieler Bemühungen doch auch irgendwann schlussendlich den Zahn zog. Eines dieser Spieler, die man als Mannschaft wohl auch einfach abschreiben muss. Der Elfmeterpfiff für Hermes zeigte das auch, wobei der Stürmer vor dem Foul an sich deutlich den Ellbogen gegen seinen Gegenspieler ausfuhr (natürlich unbeabsichtigt) aber so niemals einen Elfmeter für sich hätte bekommen sollen. Adrian Fein lies sich das Geschenk dennoch nicht nehmen und schnürte seinen Doppelpack. Danach flachte die Partie ab, wobei glücklos agierende Kölner immerhin noch zum 2:5 verkürzten.
Man darf sich nicht täuschen lassen
Auch wenn der Sieg durchaus gut tut, darf man sich hier vom Ergebnis nicht blenden lassen. Gerade die ersten zwanzig Minuten hätten schief gehen können und eine Mannschaft wie der kommende Gegner aus Saarbrücken wird das auch bestrafen. Sascha Hildmann war auch alles andere als zufrieden mit der Partie im Nachgespräch, hier wird das Team noch einige Schritte in die richtige Richtung machen müssen aber zeigt sich dennoch erst mal auf einen guten Weg. Die Transfers gerade im offensiven Mittelfeld haben schon angedeutet, dass wir hier deutlich mehr Qualität gewonnen haben. Dem Team ist eine spannende Saison zuzutrauen und da kann man nur hoffen, dass sie das gegen Saarbrücken beim ersten Heimspiel dann auch gleich bestätigen können!





