„Jahn Regensburg ist da!“ hallte es am Samstagnachmittag durch den Aachener Tivoli. Auf den Gesichtern der zahlreichen Auswärtsfahrer (ca. 600–700!) und der Spieler zeichnete sich pure Freude ab. Kein Wunder – konnte man doch gegen Ex-Trainer Mersad Selimbegović einen Erfolg verbuchen. Damit hat der Jahn seit dem 16.10.2025 stolze 12 Punkte holen können. Nur Hansa Rostock, unser nächster Gast, konnte einen Punkt mehr einfahren. Doch bevor wir auf dieses Spiel blicken, schauen wir kurz auf den Auswärtssieg zurück. (Foto: Köglmeier)
Sieger am Tivoli und das durchaus ansehnlich
Das Spiel am Aachener Tivoli, an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden, durfte ich als Teil des Turmfunks live und in Farbe erleben. Für alle, die diesen Ground verpasst haben oder Groundhopping betreiben wollen: absolute Empfehlung! Es ist ein wirklich schönes Stadion.
Das alles soll jedoch nicht über die Probleme hinwegtäuschen, die der Verein vor Kurzem noch hatte: ein Problem von rechts. Und dieser Ruf begleitete mich auf der Anreise nach Aachen. Dort angekommen, wurden wir von einem äußerst netten älteren Ehepaar begrüßt, und es wurden Nettigkeiten ausgetauscht. Durchaus ein guter erster Eindruck.
Es war ein Aktionsspieltag in Aachen, um der Opfer der NS-Zeit zu gedenken. Im Vorfeld durfte ich mich mit jemandem von Aachen unterhalten, der meinte, im Verein habe es Tabula Rasa gegeben und die störenden Einflüsse seien beseitigt worden. Die Choreographie der Fanszene zum Gedenken der Opfer war sicherlich beeindruckend und ein Schritt in die richtige Richtung. Ob man das komplett glauben kann, lassen wir an dieser Stelle offen.
An einen Sieg konnte ich zu Beginn des Spiels nicht glauben. In den ersten 10 bis 20 Minuten war Aachen am Drücker, und man bekam als Jahnfan durchaus Magenschmerzen, weil man mit dem Schlimmsten rechnete. Die Krönung erfolgte bereits in Minute 3, als Gindorf frei vor Gebhardt einen Schuss an die Latte zimmern durfte. Das war wirklich haarscharf – ebenso wie das Missverständnis zwischen Strauß und Gebhardt.
Ändern sollte sich das alles in Minute 22: Nach einer tollen Kombination von Fein und Hottmann konnte Benedikt Bauer, der auf seiner Seite sträflich allein gelassen wurde, abschließen und die Führung für den Jahn erzielen. Dieses durchaus schöne Tor war der Dosenöffner, und der Jahn war danach spielbestimmend und wurde immer besser. In Minute 55 erzielte Hottmann das 2:0 nach einer präzisen Flanke von Oliveira.
Insgesamt war es ein sehr gutes Spiel unserer Jahnelf. Am Ende waren alle Jahnfans bester Stimmung, und die Mannschaft konnte mit dem Block feiern. Zurecht, da es einfach Spaß machte, der Mannschaft zuzuschauen. Die Mannschaft der Kaiserstädter bekam gegen Ende immer wieder Pfiffe zu hören, und auch die Spieler wirkten zunehmend bedient.
Wie ihr gleich bei Chefcoach Michael Wimmer lesen könnt, gab es aber durchaus Verbesserungspotenzial. Unter anderem war die Konzentration ein Thema. Man ließ Aachen trotz Rückstand immer wieder gefährlich zum Abschluss kommen, und ohne Leo Mätzler hätte es gut und gerne 2:1 stehen können. Wie sich das Spiel dann entwickelt hätte, kann man nicht abschätzen. Auch die Entscheidungsfindung ist noch nicht optimal – vor allem vor dem Tor.
Alles in allem war es jedoch ein runder Fußballnachmittag.
Benedikt Bauer über …
… seinen Schüssel zum Torerfolg: Wenn man zu fünft gegen eine Viererkette spielt, ist es für den Gegner am zweiten Pfosten oft schwer zu verteidigen. Ich habe gesehen, dass bei Aachen viele auf der einen Seite sind, bin nach vorne und war ohne Gegenspieler. Ich habe mich gemeldet und Gott sei Dank hat Hotte (Eric Hottmann) mich gesehen.
… Verbesserungspotenzial: Wir haben analysiert, dass Aachen vor allem mit Gindorf ziemlich konterstark ist. Uns ist zwei-, dreimal nicht gelungen, gerade am Anfang, dass wir am Mann dran waren. Aber im Großen und Ganzen haben wir es recht gut verteidigt.
Michi Wimmer über …
… das Spiel: Fantastisches Stadion, fantastische Atmosphäre. Aber unsere Fans waren lautstark da. Es hat Spaß gemacht zu spielen. Es ist das eingetroffen, was wir erwartet haben: ein sehr intensives Spiel mit zwei Mannschaften, die lauf- und zweikampfstark sind.
… die Umstellungen in der Defensive: Nick Seidel und Leo Mätzler haben es sehr gut gemacht. Da hat uns das Pokalspiel geholfen, dass sie sich einspielen konnten.
… Verbesserungspotenzial: Wir müssen wacher sein und es bedarf hinten einer klaren Kommunikation. Wir waren nicht so eingespielt wie mit Straussi, Poldi und Ziege. Was mich ein bisschen gestört hat: Es steht 2:0, das Spiel ist tot und wir geben durch Ballverluste Konterchancen her. Wenn die das 2:1 machen, brennt das Ganze. Das müssen wir besser verteidigen.
… die Entscheidungsfindung vorm Tor: Das war auch Thema in der Halbzeit, weil wir nach Balleroberungen viele Fehler gemacht haben, die Umschaltsituationen nicht gut ausgespielt haben. Wenn du in Überzahl aufs Tor läufst, dann musst du zum Abschluss kommen. Auch wenn es punktemäßig gerade besser aussieht, haben wir einiges zu verbessern, das wissen wir.
Blick hoch zur Ostsee
Mit Hansa Rostock kommt ein Verein zu uns ins Stadion, mit dem einige Jahnfans keine guten Erinnerungen verbinden. Für viele war Rostock der Anfang vom Ende: Erst verlor man am 27.10.2021 im DFB-Pokal, um eine Woche später erneut in der Liga zu verlieren. Danach fand der Jahn eher schlecht in die Spur.
Die Vorzeichen sind aktuell jedoch ziemlich neutral. Wie bereits erwähnt, ist Rostock derzeit die formstärkste Mannschaft der 3. Liga, der Jahn knapp dahinter. Der Saisonstart war bei beiden Mannschaften eher schlecht. Die gute Form der Rostocker zahlte sich jedoch für deren Trainer Daniel Brinkmann aus, der eine Vertragsverlängerung erhielt. Auch Sportchef Amir Shapourzadeh wurde verlängert. Anscheinend plant Hansa langfristig.
Für ein paar Jahnfans eine wichtige Nachricht: Markus Kolke ist nicht mehr Teil der Kogge. Für viele hat dieser Spieler einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ihr könnt uns gerne wissen lassen, ob das bei euch auch so ist. Mittlerweile hütet Benjamin Uphoff das Tor der Rostocker – und er ist sicherlich kein schlechter Keeper. Bei den Zu-Null-Spielen rangiert er auf Rang 2 der Liga.
Topspieler laut dem kicker ist jedoch Ryan Naderi. Naturgemäß liegt auf der Offensive im Allgemeinen ein stärkerer Fokus, aber Naderi ist neben Kenan Fatkic so etwas wie die Lebensversicherung der Kogge. Immerhin hat er allein sechs Tore erzielt.
Die Truppe von der Ostsee ist sicherlich gut gespickt mit erfahrenen Legionären, aber auch mit viel jungem Talent. Es dürfte uns am Wochenende ein spannendes Heimspiel erwarten. Kommt zahlreich ins Stadion, damit wir das Schiff abwehren können.
Ein Aufruf der Fanszene
Wer denkt jetzt kommt wieder etwas zur Innenministerkonferenz der hat falsch gedacht. Zur stillen Zeit bzw. zur Zeit der Nächstenliebe rufen unsere aktive Fanszene zur Hilfe auf und bittet um Spenden für verschiedene Organisationen und Vereine.
Grundsätzlich bleibt natürlich jedem selbst überlassen ob und wie er helfen möchte. Wichtig ist nur das man hilft.
Auf der einen Seite haben wir hier die Aktion der Hans Jakob Tribüne. Laut ihrem Instagram Posting kann man zum Heimspiel gegen Hansa Rostock einen Adventskalender erwerben (Kosten 10,-€). Der Erlös wird an den Regensburger Traumzeit e.V. gehen.


Außerdem hat CRI zusammen mit dem Fanprojekt Regensburg auch eine Spendenaktion gestartet. Die Spenden gehen an den Förderverein Mütter in Not e.V.
Auf ihrem Instagram Posting könnt ihr euch auch hier näher informieren.
Wir als Jahnblog sagen für den Aufwand und alles darumherum ein dickes MERCI an das Fanprojekt und die Fanszenen! Und wir beteiligen uns mit jeweils 59+1,-€ jeweils an beiden Aktionen. Gerade zu Weihnachten sollte uns allen bewusst werden das es Menschen gibt die dringend Hilfe benötigen.




