Gegenüber dem Auswärtserfolg bei Hansa Rostock tauschte Cheftrainer Sascha Hildmann einmal verletzungsbedingt. Für den von einem Magen-Darm-Infekt geplagten Bauer rückte Robin Ziegele in die Startelf und füllte die Position des Rechtsverteidigers aus. Es hatte einen Hauch von Rio 2014 im Jahnstadion, da die Jahnelf mit vier gelernten Innenverteidigern in der Abwehr startete.
Das Mittelfeld in Spiellaune
Das Heimteam zeigte sich nach dem eindrucksvollen Auswärtssieg in Rostock weiterhin mit viel Spielfreude und machte da weiter, wo es letztes Wochenende aufgehört hatte. Fein, Schönfelder und auch Eichinger zeigten über viele Kurzpasskombinationen einen Spielwitz, wie wir ihn uns doch jede Woche von unserem Team in Rot-Weiß wünschen.
Doch auch die Gäste aus dem Kraichgau versteckten sich nicht und kämpften gegen ihre Horrorbilanz der Rückrunde an. Ein artistischer Seitfallzieher von Zeitler sollte aber schlussendlich keine Herausforderung für Schlussmann Felix Gebhardt darstellen. Davor hatte Schönfelder schon einen Fehler des gegnerischen Keepers nicht ausnutzen können und lupfte fahrlässig den Ball am verwaisten Tor vorbei.
In Minute 20 sollte Kapitän der Gäste uns einen Gefallen tun und etwas übereifrig Noel Eichinger im Strafraum legen. Ein Foul, welches auch der Gästetrainer nur mit hämischem Applaus bewerten konnte. Eric Hottmann nahm sich des Elfmeters an und verwandelte souverän unten rechts – mit fünf Toren in zwei Partien aktuell definitiv der Mann der Stunde in der Jahnelf.
Die zweite Hälfte der ersten Halbzeit entwickelte sich zum offenen Schlagabtausch zwischen beiden Mannschaften, wobei die besseren Chancen eindeutig auf Seiten der Jahnelf lagen. Geradezu fahrlässige Chancenverwertung dieses Mal sollte nicht so bald das Ergebnis auf 2:0 stellen. Eichinger, der alleine vor Petersson die falsche Ausfahrt nahm und dann den Moment des Abschlusses verpasste, kann hier noch als beste Chance erwähnt werden.
Dietz, der Erlöser
Halbzeit 2 startete wieder mit einer von Spielfreude erfüllten Jahnelf. Aber das Spiel endgültig zu beenden, schien heute einfach nicht auf der Agenda der Heimmannschaft zu stehen. Ein Königreich für einen Stürmer, rief Robert F. vom 1889fm-Podcast schon mal aus und könnte sich dabei wieder bestätigt sehen.
Hoffenheim war sichtlich bemüht, einen Fuß in diese Partie zu bekommen, aber scheiterte an der sehr körperlich spielenden Jahnelf. Generell schien es eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das Spiel endlich den Deckel draufbekommen würde. Es gab zahlreiche Chancen von Hottmann, Eichinger oder Wurm nach Ecke.
Doch dann sollte es endlich passieren. Der eingewechselte Dietz fasste sich aus halbrechter Position ein Herz nach einem feinen Pass von Adrian Fein in den Lauf und vollstreckte unten links im Kasten der Gäste. Deckel drauf! Und dann auch noch von dem Stürmer, der doch so viel schuldig blieb diese Saison. Ein möglicher Rückenwind für kommende Aufgaben, man möchte es ihm wünschen. Der Flore is a Guada.
Typisch Jahn-like ließ der Gegentreffer, um die Partie doch noch knapp zu halten, aber nicht lange auf sich warten und so markierte Florian Bähr nach Ecke für die Gäste noch den Ehrentreffer. Ein verdienter 2:1-Heimerfolg gegen die Zweitvertretung aus Hoffenheim stand am Ende zu Buche und ein weiterer Schritt in der Entwicklung zum Hildmann-Fußball.
Die Lehren des Hildmann
Auffällig zeigte sich in diesem Spiel auch wieder der neue Fokus auf deutlich mehr Spiel über die Außenpositionen. Eine Doppelbesetzung der Flügel ist bei Viererkette leichter gegeben und passt wohl auch besser zum Stil dieser Liga. Seidel und Ziegele zeigten sich da sehr bemüht anzutreiben und gaben bis zum Ende ihrer Spielzeit auch Vollgas.
Nicht alles war von Erfolg gekrönt, aber die Mannschaft nimmt die neue Marschroute des Trainerteams an und versucht alles umzusetzen. Nicht unerwähnt lassen möchten wir Jakob Seibold, der heute sein Profidebüt nach Einwechslung hab. Herzlichen Glückwunsch zu den ersten Profiminuten, es mögen noch viel mehr werden für das 20-jährige Jahnschmiede-Talent.




