Das Öffnen der Wundertüte

Eine ganz so große Wundertüte ist die runderneute Jahnelf zwar nicht mehr, jedoch ist es nun am Samstag, dem 05.08.2023, gegen die SpVgg Unterhaching endlich soweit und wir sehen, was auf uns zukommt.

Spätestens ab Samstag spicken wir nicht mehr nur in die Tüte. Wir packen sie aus und sind gespannt, was uns unser Cheftrainer Joe Enochs zusammen mit Andreas Patz, Achim Beierlorzer und Co. eingepackt hat. Man konnte schon einige Theorien aufstellen, konnte mutmaßen, vermuten, debattieren und vieles, vieles mehr. Aber jetzt gilt es. Und zum Start kommt es zu einem bayerischen Duell. Eigentlich steht einem guten Fußballnachmittag nichts mehr im Weg, oder?

Der Blick auf den Gegner

Doch wer ist unser bayerischer Gegner? Man hat den Namen schon immer wieder mal gehört. Doch wer ist dieser Verein, der immer wieder mit guter Jugendarbeit auffällt, aber auch immer wieder mit seiner finanziellen Lage?
Unterhaching ist eine Gemeinde an den Toren zu München an der A8 bzw. an der S-Bahn Linie 3 in Richtung Holzkirchen. Das Stadion der Kleinstadt mit 25.873 Einwohnern erreicht man entweder über die gleichnamige S-Bahn-Station oder bereits über den Fasanenpark. Unterhaching profitiert mit seiner Lage natürlich von der Ansiedelung von großen Unternehmen wie Wrigley (Mars Deutschland) oder Sport-Scheck. Und auch wenn uns keine Konkurrenzsituation zwischen den Vereinen bekannt wäre, so gibt es ja doch eine große Rivalität: die Senf-Rivalität. Händelmaier vs. Develey. Wobei das wirklich nur eine Sache zum Schmunzeln ist.
Kommen wir lieber zum Sportlichen. Die Jungs aus der Vorstadt sind nach einer umkämpften Relegation gegen Energie Cottbus frisch in die 3. Liga aufgestiegen. Ihr Ziel? Vermutlich der Klassenerhalt unter Neutrainer Marc Unterberger. Auf diesen wartet jedoch eine große Aufgabe.
10 Abgängen stehen nur 4 Zugänge gegenüber. Vermutlich wird auch viel Personal aus der Jugend befördert, versteht sich Unterhaching doch als Ausbildungsverein. Die Zugänge sind allesamt aus der Regionalliga Bayern – mit Ausnahme der Leihgabe Raphael Schifferl vom Wolfsberger AC aus der österreichischen Bundesliga. Bei den Abgängen finden sich einige namhafte Spieler und auch ein altgedienter. In Zukunft muss die SpVgg auf Stephan Hain verzichten, der mit seinen 34 Jahren den Verein verlassen hat. Des Weiteren hat sich Niclas Anspach unserer Mannschaft angeschlossen und wir erwarten uns #einiges von ihm. In der vergangenen Saison war Niclas definitiv ein wichtiger Baustein bei der Mission Aufstieg. Ebenso wie Christoph Ehlich, der Richtung Sandhausen abgewandert ist.
Grundsätzlich ist Haching zum jetzigen Stand sehr schwer einzuschätzen. Neben der bereits erwähnten schwierigen finanziellen Situation und dem doch nicht kleinen Umbruch in der Mannschaft ist es auch so, dass zwei aktive Spieler Teile des Managements übernehmen. Die Rede ist von den Routiniers Markus Schwabl und Josef Welzmüller. Schwabl, der seinen Vater, den Präsidenten Manfred Schwabl, auch etwas entlasten möchte, ist nun neben dem Feld auch der Sportdirektor des Vereins. Welzmüller wird in der sportlichen Leitung sowie als technischer Direktor tätig sein. Ob das gut gehen wird? Lassen wir uns überraschen!

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Der Blick auf die Jahnelf

Back to the Roots“ ist wohl das Motto der Kaderplanung für die anstehende Saison. Eine Mischung aus aufstrebenden und erfahrenen Spieler soll eine Einheit bilden, dazu setzt man mit Jannik Graf, Christian Schmidt wieder mehr auf die eigene Schmiede. Auch die Ernennung von Beierlorzer hat eine regelrechte Euphoriewelle erzeugt, was sich auch am großen Andrang beim Trainingsauftakt sowie beim Verbandspokal Spiel in Unterpleichfeld widerspiegelte. Jetzt muss nur noch der Funken überspringen, dann kann es eine heiße Saison werden.

„Die Saisonvorbereitung lief erstaunlich gut“, erklärt Enochs. In vier Testspielen konnte man drei für sich entscheiden, nur gegen die B-Elf vom FC Augsburg musste man eine 2:3-Niederlage hinnehmen. Einige Spieler konnten Werbung für sich selbst machen, zuletzt überzeugte insbesondere Noah Ganaus mit vier Toren in Unterpleichfeld. Gerade die wenigen Verletzungen sind ein positives Zeichen laut Joe Enochs, einzig Oscar Schönfelder erlitt einen Rückschlag, allerdings stößt er die kommenden Tage zurück zur Mannschaft. Aber auch der erwähnte Ganaus war seinen Gegnern in Unterpleichfeld wohl zu gut und wurde kurz nach der Halbzeit rüde gefoult, weswegen er aktuell individuell trainiert und am Samstag fraglich ist. In der 3. Liga setzen sich erfahrungsgemäß die Teams durch, die am schnellsten eine Einheit bilden, dies ist laut dem Cheftrainer im Trainingslager sehr intensiv erfolgt.

Apropos Euphorie: Was freue ich mich wieder aufs Jahnstadion. Selten hat mich eine Sommerpause so genervt wie dieses Jahr, aber jetzt können wir wieder hüpfen, schreien und hoffentlich auch für unseren Verein jubeln. Kommt alle zum Neupfarrplatz, damit wir uns alle gemeinsam auf die neue Spielzeit heiß machen können!

Mögliche Aufstellung: Felix Gebhardt – Bryan Hein, Alex Bittroff, Florian Ballas, Bene Saller – Andi Geipl, Christian Viet – Dominik Kother, Elias Huth, Konrad Faber – Joel Zwarts (4-2-3-1 bzw. 4-2-2-2)

Ich habe bereits meine taktischen Vorstellungen in einem eigenen Artikel erwähnt.

Jetzt zählt endgültig nicht mehr was war, sondern nur noch was diese Saison ist. In diesem Sinne: Avanti Ratisbona!

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Die Fanszene stimmt sich mit einem Video auf die neue Saison ein: