Stilz, Singh und die Ungewissheit

Eine Meldung jagt die nächste: Erst verlässt der Sportdirektor den SSV Jahn schon nach 10 Monaten, dann darf ein Spieler aufgrund eines Fehlers nicht auflaufen.

Eine Kündigung aus dem Nichts

Es war eine überraschende und für viele bestürzende Nachricht: Roger Stilz verlässt den Kaulbachweg. Der Schweizer war 10 Monate in der Oberpfalz und bricht sein Engagement nun schon wieder ab. In der Nachbetrachtung hat sich der Abgang leise angedeutet, da der Sportdirektor nur noch sehr wenig in der Öffentlichkeit sichtbar war. Persönliche Gründe sollen zu der Auflösung des Vertrages geführt haben, wie auch bei Ex-Torwarttrainer Ronny Zeiss. Diese Angabe lässt sehr viel Spielraum für Spekulationen offen und kann eine reine Floskel, aber auch tatsächlich familiäre Probleme darstellen. Stilz wollte die Nachfolge von Christian Keller antreten, war aber oft in der Kritik und hinterlässt ein großes Fragezeichen. Trotzdem wünschen wir Roger alles Gute für seine Zukunft!

Stilz war im Dezember nach Regensburg gekommen und ist irgendwie nie richtig in seine Aufgabe reingewachsen. Während Keller bei schweren Phasen mit sanften Worten beruhigte, kam der Schweizer nur sehr selten zu Wort und gab anderen Personen wie Mersad Selimbegovic das Rampenlicht. Unter seiner Zeit konnte man einen Punkteschnitt von 1,1 erreichen, dazu hat er 11 Spieler verpflichtet und 13 abgegeben.

Die Suche nach einem Nachfolger ist wohl schon vor der Bekanntmachung des Abgangs gestartet, derweil übernehmen Philipp Hausner und Simon Leser jene Aufgabenbereiche.

 „Ich möchte mich im Namen des SSV Jahn bei Roger Stilz für seine intensive Arbeit bedanken. Es ist schade, dass es uns nicht gelungen ist, die neu geschaffene Position des Geschäftsführer Sport langfristig zu besetzen. Für die Zukunft wünschen wir Roger Stilz alles erdenklich Gute.“

Erklärte Hans Rothammer auf der Jahn-Homepage

Singh darf bis in den Dezember nicht auflaufen

Ein großer Fehler ist der sportlichen Leitung bei der Registrierung von Sapreet Singh unterlaufen. Der Neuseeländer konnte nicht für die Hinrunde eingetragen werden und bleibt somit bis Dezember nicht spielberechtigt. Singh stand kurz vor seinem Comeback, muss aber nun weiterhin Geduld zeigen. Für den Verein und dem Mittelfeldspieler war die Nachricht der Nicht-Registrierung eine Hiobsbotschaft und wird das Verhältnis zwischen den beiden Parteien nicht stärken.

Ein solcher Fehler darf einem Profiverein eigentlich nicht unterlaufen, da die Anmeldung der Spieler über eine Software abläuft, welche sogar Fehlermeldungen ausgibt. Die Kündigung von Stilz hat vermutlich sehr wenig bis nichts mit dem Wechselfehler zu tun, dennoch wird er an dem Vorgang beteiligt gewesen sein.

Meinung: Fehler passieren, dürfen sie aber nicht

Fehler sind menschlich, klar, aber in einem Verein wie dem SSV dürfen solche kolossalen Fehler nicht passieren. Eigentlich wird eine solche Registrierung von den Mitarbeitern, vom System und von der DFL überprüft, deswegen kann diese Lappalie nicht erst jetzt aufgefallen sein. Die Nachricht der Kündigung von Stilz wurde dazu vermutlich bewusst vor die andere Meldung platziert, damit kein direkter Zusammenhang hergestellt werden kann. Wie bei Zeiss waren wohl „persönliche Gründe“ verantwortlich, jene Wortwahl wird von Clubs oft verwendet, um viel Spielraum offenzulassen und mögliche unangenehme Wahrheiten zu verstecken.