Jahn-Neuzugänge: Das sagen Anhänger der Ex-Vereine

Drei Neuzugänge für die kommende Saison hat der SSV Jahn bislang vorgestellt: Mittelfeldspieler Maximilian Thalhammer vom SC Paderborn, Offensivkraft Minos Gouras vom 1. FC Saarbrücken sowie Torhüter Dejan Stojanović, der zuletzt an den FC Ingolstadt ausgeliehen war. Doch wie sind sie einzuschätzen, worauf darf sich der Jahnfan freuen? Wir haben uns bei denjenigen umgehört, die es wissen müssen: Blogger und Podcaster, die ganz nah dran sind an den Ex-Vereinen von Thalhammer, Gouras und Stojanović.

Maximilian Thalhammer

Max Thalhammer ist beim Jahn beileibe kein Unbekannter. In der Saison 18/19 war der heute 24-Jährige bereits für eine Saison vom FC Ingolstadt ausgeliehen und entpuppte sich als eine der Entdeckungen der Saison. Zum ersten Mal in der Startelf stand er beim legendären 5:0-Erfolg im Hamburger Volkspark. In der zweiten Saisonhälfte spielte er immer öfter von Beginn an im defensiven Mittelfeld, meist neben Adrian Fein oder Andi Geipl. Insgesamt gelangen ihm in 22 Spielen ein Treffer und zwei Torvorlagen. Der Jahn hätte ihn damals gerne weiterverpflichtet, doch sein Stammverein beorderte den einstigen U20-Nationalspieler zurück. Ein Jahr später ging es für zwei Jahre zum SC Paderborn, für den der Freisinger in 43 Spielen zwei Tore und drei Assists verbuchte.

Foto: Roßmann/SSV Jahn

Marco Kornrumpf vom PaderCast spricht ein gemischtes Fazit über Thalhammers Zeit bei den Ostwestfalen aus. Er sagt: „In der Vorbereitung nach seinem Wechsel konnte er deutlich überzeugen“. Leider habe sich Thalhammer nach vielversprechendem Saisonauftakt einen Mittelfußbruch zugezogen, durch den er bis Mitte Dezember 2020 ausgefallen sei. „Sobald er wieder fit war, stand er zwar wieder in der Startelf aber irgendwas war anders“, sagt Marco weiter. Zu viele Konzentrationsfehler hätten Thalhammer unter Steffen Baumgart einen Platz in der Stammformation gekostet. 

Eine Änderung in dessen zweiter Saison bei Paderborn sei leider nicht zu erkennen gewesen. Der neue Trainer Lukas Kwasniok habe zwar viel Potenzial in Thalhammer gesehen, doch wieder hätten Unkonzentriertheiten und erneutes Verletzungspech (Bänderriss im November 2021) einen Platz in der Startelf verhindert. Marco resümiert: „Kwasniok hat bis zum Schluss an ihn geglaubt und seinen Wechsel sehr bedauert. Interessanterweise hat sich seine Leistung nach Bekanntgabe des Wechsels zu Regensburg deutlich gesteigert. Paderborn und Maximilian Thalhammer haben leider nicht zueinander gefunden, ich hoffe, dass er in Regensburg die Leistung abrufen kann, die er am Ende dieser Saison in Paderborn gezeigt hat.“

Prognose: Beim Jahn weiß man, was Thalhammer als gestandener Zweitligaspieler kann. Bleibt er verletzungsfrei, sollte er an seine Leistungen aus der Saison 18/19 anknüpfen. 

Minos Gouras

Der 23-Jährige kommt vom 1. FC Saarbrücken, für den er in den vergangenen beiden Drittliga-Spielzeiten in insgesamt 57 Spielen 14 Treffer und vier Torvorlagen beisteuern konnte. Zuvor spielte der Deutsch-Grieche für den FC Astoria Walldorf – von dem der Jahn bereits in der Vergangenheit Erik Wekesser und André Becker verpflichtet hat – und in der Jugend für den SC Freiburg. 

Foto: Biedermann/SSV Jahn

Carsten Pilger, der Das FCSBlog 2.0 betreibt, findet, dass Gouras „als Typ sehr ehrgeizig“ sei: Er wolle „beweisen, dass er es als Profi schafft“, da er bei Freiburg in der Jugend als zu klein aussortiert worden ist. Carsten beschreibt Gouras weiterhin als „gut mit beiden Füßen, schnell, abschlussstark, am besten auf dem linken Flügel oder in der Spitze“. Doch räumt Carsten auch ein: „Er braucht gute Nebenleute, die ihm den Ball in den Lauf bringen. Am Ball selbst kann er nicht die ganze Schnelligkeit immer ausspielen. Er ist zudem jetzt nicht so der Offensivspieler, der immer defensiv mithilft.“ 

Hörtipp: Carsten hat im April 2021 ein längeres Interview mit Gouras geführt, durch das man einen guten Eindruck vom Neuzugang erhält (und auch eins mit dem uns nicht ganz unbekannten Nicklas Shipnoski).

Prognose: Es könnte sein, dass Gouras – wie in der Vergangenheit auch andere Neuzugänge aus unteren Ligen – eine Zeit brauchen wird, um sich an das Jahn-System zu gewöhnen. Dennoch ist er gewiss ein ehrgeiziger und talentierter Spieler, der sich perspektivisch in der zweiten Liga etablieren kann.

Dejan Stojanović

Der Österreicher mit nordmazedonischen Wurzeln kommt vom FC Middlesbrough, war aber in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils für eine Halbserie an den FC St. Pauli und den FC Ingolstadt ausgeliehen. Der Jahn holte den 28-Jährigen von den Engländern trotz bestehenden Vertrags – was nahelegt, dass eine Ablösesumme geflossen ist. Wie hoch sie ausgefallen sein dürfte, darüber kann aufgrund des Jahn-üblichen Stillschweigens um Ablösemodalitäten nur spekuliert werden. Fakt ist: Middlesbrough, das dem FC St. Gallen für Stojanović Anfang 2020 noch 1,1 Millionen Euro bezahlt hat, sah keine Verwendung mehr für ihn und war sicherlich froh, ihn von der Gehaltsliste zu bekommen. Das könnte eine etwaige Ablösesumme gedrückt haben.

Foto: Roßmann/SSV Jahn

Wir haben Tim Ecksteen vom FC-St.-Pauli-Podcast/Blog MillernTon um eine kurze Einschätzung gebeten. Er sagt über Dejan Stojanović: „Ein solider Zweitligatorwart, der wenige Schwächen hat. Sein großes Plus ist sicher seine Lautstärke. Er coacht das gesamte Team und brachte auch dadurch beim FCSP Stabilität.“ 

Lesetipp: Der MillernTon hat den Keeper während seiner Leihe im Frühjahr 2021 einer gründlichen Analyse unterzogen.

Prognose: Stojanović hat klar den Anspruch und auch die Fähigkeiten, der Ersatz für Alex Meyer als Nummer eins zu werden. Höchstens Verletzungen oder grobe Schnitzer in der Vorbereitung (was wir nicht hoffen!) könnten verhindern, dass er zu Saisonbeginn in der Startelf steht.

Von Flo1889