Der Jahn und Hansa trennen sich 1–1: Eine Analyse

Der Jahn und Hansa trennen sich 1–1: Eine Analyse

Der SSV Jahn ging mit zwei klaren Zielen in die Partie gegen Hansa Rostock, man wollte sich revanchieren für die beiden bitteren Niederlagen in der Hinrunde und zudem wollte man die magische „40-Punkte-Marke“ erreichen.

Wie schon gegen die Schanzer kassierte die Jahnelf ein Gegentor kurz vor dem Pausentee. Erneut wäre es einfach zu verhindern gewesen. Die Parallelen zu den letzten Spielen waren zugleich deutlich zu erkennen, wie schon am letzten Spieltag fiel das Gegentor in einer kurzen Drangphase des Gegners, obwohl man selbst mehr Ballbesitz besaß und sich auch Chancen erarbeiten konnte. Aber das Schicksal wiederholte sich auch in Sachen Ausgleich und Regensburg kam wie die Woche davor deutlich besser aus der Halbzeit und konnte in der 60. Minute den Ausgleich erzielen, auch gegen den FCI schoss man in dieser Phase das 1:1.

Aus taktischer Sicht setzte Selimbegovic erneut auf das altbewährte 4-4-2, während Jens Härtel auf ein 4-1-2-1-2 setze und damit insbesondere das Zentrum dicht machte. Anders als in der Defensive wurden von den Rostockern für Angriffe vor allem die Flügel verwendet und so in der Anfangsphase erste Akzente gesetzt.

Formation: whoscored

Der Jahn versuchte mit Ballbesitz das Spiel zu beruhigen und sich somit etwas Ruhe zu verschaffen. Dennoch war man auf Fehler, beispielsweise Fehlpässe der Kogge, angewiesen, um offensive Aktionen zu kreieren, da die Hintermannschaft in der Defensive sehr stabil stand. Umso mehr es in die Richtung Halbzeit ging, umso mehr Ungenauigkeiten kamen in die Spielzüge beider Mannschaften, deswegen kam es zu immer häufigeren Ballverlusten und zu immer weniger Torchancen. Es war allerdings dann doch Hansa, die sich mit einem schön heraus gespielten Treffer in Minute 43 in Führung brachten. Nach eines verlorenen Zweikampfes und einer missglückten Ballannahme konnte Ingelsson in den Strafraum flanken, wo Behrens mit dem Kopf auf Verhoek ablegte. Dieser schob zur Führung ein. Daraufhin passierte bis zum Pausenpfiff nichts Bedeutendes mehr. Nach der Wiederaufnahme des Spielgeschehens änderte sich nur sehr wenig am Kräfteverhältnis. Hansa Rostock agierte häufig mit Flanken aus dem Halbfeld. Bei diesen Aktionen zeigte sich Alexander Meyer häufig unsicher und legte sich teilweise fast selbst ein Ei in das Osternest. Es blieb spielerisch allerdings weiterhin sehr stockend, und Gefahren kamen zu dieser Phase nur aus Standardsituationen und blinden Flanken heraus. Es war aber dann doch die Jahnelf, die aus dem Spiel den Ausgleich erzielen konnte. Nach einem Doppelpass konnte Guwara eine flache Flanke in den Rückraum bringen, danach ließ Otto den Ball durch, und Shipnoski konnte den Ausgleich erzielen. Die Leihgabe aus Düsseldorf kann somit sein erstes Tor für die Jahnelf feiern. Dieser, zum 1:1 führende Angriff, sah nach einem einstudierten Spielzug aus. Nach dem Ausgleichstreffer wurde es allerdings wieder ruhiger und Chancen wurden zur Mangelware. Dennoch hatten kurz vor Schluss beide Teams noch die Chance zum Sieg, aber beide Offensiven blieben weiterhin eher glücklos. Insbesondere Kolke rettete mit zwei Paraden den Punkt für Hansa und konnte damit Regensburg erneut ärgern.

Trotz des Unentschiedens kann man einige positive Punkte aus dem Spiel mitnehmen. Der oftmals kritisierte Nicklas Shipnoski kam gegen die Kogge zu seinem ersten Tor für den SSV Jahn, dies kann eine Initialzündung für die Leihgabe sein. Zudem überzeugte Aygün Yildirm nach seiner Einwechslung und kam sogar zur Möglichkeit den Siegtreffer zu erzielen, allerdings scheiterte er am Torwart. Außerdem konnte man beobachten, dass der Jahn auch mit Ballbesitz durchaus gut umgehen kann, allerdings macht man noch zu viele Fehler bei der Behauptung und der Verwertung des Balles.