Den Kampf nicht angenommen – der Jahn verliert auch gegen Nürnberg

Der Jahn verliert nach einer desolaten Leistung auch gegen Nürnberg, nun hat man aus den letzten acht Spielen sieben verloren. Es reichen vereinzelte (einstudierte) Szenen, um die Mannschaft von Selimbegovic auszuhebeln und dem Jahn keine Chance zu lassen.

Foto: Gatzka

Die Formationen

Mathenia – Valentini, Suver (82. Florian Hübner), Sörensen, Handwerker – Tempelmann, Nürnberger – Duman (90.+1 Castrop), Möller Daehli (74. Fischer), Schleimer (82. Krauß) – Köpke (74. Dovedan).
 Meyer – Faber, Breitkreuz, Kennedy, Guwara (66. Wekesser) – Gimber (46. Beste), Besuschkow – Boukhalfa (87. Caliskaner), Singh (66. Shipnoski) – Albers, Otto (66. Yildirim).

Der Spielbericht

In der 35. Minute kann sich der 1. FCN neu formieren und den Ball zu Christian Mathenia zurückspielen, dieser kann einen zielgerichteten Spielaufbau einleiten. Eine aufgerückte Regensburger Mannschaft, die sich im Pressing Modus befindet, kann darauffolgend nach einem verlorenen Kopfball Duell das schnelle Umschalten nicht verhindern. Der Gegner benötigt nur vier Pässe bis zum Abschluss zu kommen. Nach dem misslungenen Luftzweikampf von Guwara gegen Valentini, kann Duman den Ball behaupten und seinen Laufweg mit dem von Daehli kreuzen und ihm einen Steilpass zu spielen. Mats Möller Daehli befindet sich in aussichtsreicher Position und kann eine Flanke in den Strafraum bringen, Köpke kann mit einem Kopfball das 1–0 erzielen. Bei der Hereingabe wirkte die Hintermannschaft ähnlich wie in den vorherigen Spielen erneut nicht zugeordnet bei Flanken sowie Standardsituationen und weist dazu Defizite bei Zweikämpfen in der Luft auf. Der Club hat einige Spielzüge einstudiert und den SSV Jahn analysiert, währenddessen Regensburg erneut mit den gleichen Fehlern hadert. Daraufhin drehte sich das Spiel, es sind diese Momente, die Regensburg seit Wochen wichtige Punkte und Siege kosten. Es zeigt das eigentliche Problem, es ist die Nervosität den Lauf aus dem Sommer zu wiederholen und das Momentum welches alles so einfach erscheinen lässt, mit Drang wieder herbei zu sehnen, aber eigentlich braucht das Team nur Zeit um sich zu regenerieren und dazu benötigt es Ruhe im Umfeld. Dieses Gegentor in der 35. Minute steht sinnbildlich für die Rückrunde der Jahnelf, doch fangen wir erst einmal von vorne an.

Foto: Gatzka

Gewohnte Formation, gewohnte Fehler (?)

In der ersten Halbzeit entscheidet sich Mersad Selimbegovic für ein 4-4-2, nachdem man gegen St. Pauli mit einer Dreierkette in Hälfte eins untergegangen war. Diese Formation soll vor allem die anfälligen Außenbahnen stabilisieren und somit Angriffe nach innen zu drängen. Dieser Plan geht in der ersten Viertelstunde auch auf, zu diesem Zeitpunkt ist das Spiel ausgeglichen. Während die Jahnelf gegen Pauli und Schalke sich jeweils am Anfang der Hälften anfällig zeigte, konnte man zumindest in der Anfangsphase Stabilität ausstrahlen, allerdings blieb der Führungstreffer nach mehreren Chancen aus. Die Auswärtsmannschaft konnte zu dieser Zeit durchaus mit Abgeklärtheit und einer guten kämpferischen Leistung glänzen. Doch die Hausherren kommen, nachdem man einem Rückstand ausweichen konnte, immer wieder in die Richtung von Alexander Meyer und versuchen auf Kontersituationen zu lauern. Konzentration, eine Eigenschaft, die der Jahn in der Rückrunde dieser Saison vermissen lässt, so verpasst man immer wieder in der Offensive Tore zu erzielen und in der Defensive fängt man sich im Gegenzug bittere Gegentore ein. So zeichnet es sich auch dieses Mal ab, nachdem man mehrere Chancen vergeben hat, schlug der Club in Minute 35 eiskalt zu und stellt den Sport- und Schwimmverein vor eine schwierige Aufgabe. Die Statistiken zeigen zwar eine ausgeglichene Partie, allerdings ist Nürnberg in den wichtigen Momenten an Ort und Stelle, während der SSV Jahn weiterhin seine Chancen liegen lässt und altbekannte Fehler aufzeigt.

Nach zehn Minuten das Spiel verloren – Nürnberg kann dem Jahn schnell den K.O. geben

Foto: Gatzka

Nach Wiederanpfiff belohnen sich die Franken sofort erneut und können in der 55. Minute durch Duman auf 2–0 erhöhen. Die (erneut) unkonzentrierten und nervösen Regensburger zeigen sich anfällig und laufen mit einem Fehlpass durch den Bremer Leihspieler Beste Gefahr. Der FCN kann mit drei Pässen zum Abschluss kommen und die Abwehr des Gegners erneut mit schnellen und einstudierten Pässen aushebeln. Duman wird im Rückraum vergessen und lässt Meyer keine Chance. Nach dem 2–0 für die Hausherren erfolgt eine fast dauerhafte Drangphase für den Club und ist nun deutlich das spielbestimmende Team. Regensburg verdeutlicht wie wichtig die Mentalität in diesem Sport ist, kaum erhält man einen Rückschlag wirkt alles erstarrt und jede Bewegung wird noch einmal mehr überdacht und die Kampfbereitschaft sinkt deutlich. Deswegen ist ein Erfolgserlebnis dringend notwendig für den gesamten Verein, damit man wieder das nötige Selbstbewusstsein erlangt, um in dieser 2. Bundesliga ein ernsthaftes Wörtchen mitreden zu können. Weiterhin ist der FC Nürnberg am Drücker und bekommt weiterhin Möglichkeiten um auf 3–0 erhöhen zu können, teilweise kam aber auch der Jahn aus der Defensive, allerdings meist ungefährlich und nicht zielstrebig. Im Turmfunk wurde es in meinen Augen ziemlich gut formuliert „es ist nicht Fisch und nicht Fleisch“, zu diesem Zeitpunkt war eigentlich die Niederlage schon besiegelt. Es war schließlich einfach keine Kraft da und dazu auch keine Bereitschaft über Grenzen hinauszugehen vorhanden, um dieses Spiel irgendwie drehen zu können. Die zweite Halbzeit war allgemein sehr unspektakulärer und es gab nur wenige ernstzunehmende Torchancen.

Kann der Klassenerhalt in Gefahr kommen? Meine Meinung (!)

Sollte die Jahnelf am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf erneut keine Reaktion zeigen, werden die Argumente für das Ausbleiben im Abstiegskampf knapp, obwohl man eine historische Hinrunde spielen konnte. Verweise auf gute Phasen in einzelnen Spielen oder auf den Lauf im Sommer bis Weihnachten werden so zu losen Phrasen – schließlich zählt das Ergebnis nach 90 Minuten und am 34. Spieltag. Drei Punkte und Platz 17 in der Formtabelle sind deutlich zu wenig, trotzdem muss die Vereinsführung an Mersad Selimbegovic festhalten. Die Hasskommentare auf Facebook und Twitter sind dumm, man muss sie so betiteln, da das ewige Schimpfen auf eine einzelne Person durchaus Hass sein kann. Der Weg führt zum Erfolg und diesen können wir am besten mit Mersad bestreiten. Der Verein ist bodenständig und realistisch, dazu hat man ein ruhiges Umfeld, dies soll so bleiben und deswegen ist das Festhalten an unserem Cheftrainer essenziell.